Produzentengalerie 4h-art, Hannover
Verletzung - Heilung
Ausstellung vom 06.03. bis 15.03.
Künstlerische Positionen zu "Verletzung und Heilung
Miriana Avramović
Avramović thematisiert den Tod der Eltern als tiefste Verletzung. In ihrer Serie „In der fünften Stunde“ verarbeitet sie den Abschied von ihrer Mutter durch symbolträchtige Bilder: Spirituelles Blau, zwei Frauenfiguren (Alter/Jugend), Schmetterlinge und Feigen als Zeichen von Anfang und Ende. Wiederkehrende Motive wie weiße/grüne Blätter, Vögel und das Antlitz der Mutter in /alt zeigen die Verwandlung der Erinnerung. Nostalgische Szenen und Generat-ionenechos verleihen der Heilung stille Kraft.
Charlotte Bretschneider
Bretschneider präsentiert eine Skulpturensequenz („oh let me know – that at least – you will try“), die aus drei kleinen Holz-/Papierfiguren besteht. Die zerbrechlichen, geknickten Körper halten sich selbst zusammen; goldene Pigmente an Bruchstellen (inspiriert von Kintsugi) symbolisieren Heilung. Die Arbeit reflektiert menschliche Verletzlichkeit in einer makellosen Welt und die Spannung zwischen Antagonismen.
Anne Brömme
Brömme erkundet, wie tiefe Verletzungen das Leben prägen und lähmen. Ihre Kunst fokussiert Hände als Symbol für Kontakt, Berührung und Abgrenzung. Bewegung in Zeichnung, Musik und Tanz dient ihr als Sprache, um Sprachlosigkeit zu überwinden und Erstarrung zu durchbrechen. Schichtweise legt sie das „Wahrhaftige“ frei – ein Prozess des lebendigen Schöpfens.
Katharina Lob
Lob verarbeitet ihre lebensbedrohlichen Herzoperationen und Unfälle künstlerisch. Aus Röntgenbildern entstehen Fotogramme, die sich von dunkel zu farbig entwickeln – analog zu ihrer eigenen Heilung. Die Technik reicht von analoger Fotografie zu digitalen Collagen, die auf Silbergelatinepapier belichtet werden. Ihre Werke spiegeln Überlebensfreude und künstlerische Transformation.
Frank Markowski
Markowskis Objekte verbinden Form und Sprache. Seine Unikate aus Papier, Steinzeug und Bronze thematisieren Lebenspfade, Melancholie und Liebe. Komplexe Formen mit klarem Kern laden ein, Ahnungen nachzugehen. Sinnlichkeit öffnet „luftige Räume“ – die Betrachtenden sind eingeladen, im Diskurs mit dem Objekt eigene Vorstellungen zu entdecken.
Martina Pütz
Pütz zitiert Anke Maggauer-Kirsche: „In der Stille könnte es geschehen, dass wir von uns hören.“ Ihre Arbeit fokussiert innere Prozesse und die Suche nach Selbstwahrnehmung im Stillstand.
Dieter Rammlmair
Rammlmair analysiert die Allgegenwart psychischer Verletzungen. Er zeigt, wie Worte und Taten Wunden schlagen, und betont die Notwendigkeit von Resilienz. Künstlerische Verarbeitung macht Verletzungen sichtbar; Heilung ist ein langwieriger Prozess. Rindenarbeiten verdeutlichen Verletzungen und Heilung.
Deta Stracke
Stracke hebt die Menschen als soziale, kommunizierende Wesen hervor, die bewusst und unbewusst ihre Befindlichkeit in Gesten und Gesichtsausdrücken zeigen. Es gibt eine innere Notwendigkeit sich in der eigenen Gefühlshaftigkeit auszudrücken. Im Alter wird oft das gelebte Leben mit seinen Höhen und Tiefen im Gesicht sichtbar.
Gemeinsame Themen: Verletzung und Heilung, Transformation durch Kunst, Resilienz, Erinnerung, Sinnsuche. Jeder Künstler findet individuelle Ausdrucksformen – von Malerei über Skulptur bis Fotografie – um existenzielle Erfahrungen zu verarbeiten und dem Betrachter Raum für Reflexion zu bieten.
Überarbeitete Zusammenfassung mit Le Chat
Performative Positionen
Oskar Franz:
„Alles geht vorbei, Leutzsch goodbye“ ist eine Performance über Vergänglichkeit und Identität. Der Leipziger Stadtteil Leutzsch wird zur Metapher für Heimat und Lebensabschnitte. Mit Schauspiel, Puppenspiel und Malerei fragt Franz: Was bleibt, wenn etwas endet? Wer bin ich – und wer werde ich? Eine Zeichnung und laute Musik unterstreichen die Suche nach dem Ich in verschiedenen Lebensphasen.
Fundacja Jesteś Wszystko:
„Du bist alles“ macht das Offensichtliche und Verborgene im Dasein erfahrbar. Die Performance stärkt den Eigenwert und löst die Suche nach äußerer Bestätigung ab. Entstanden als Überraschungsakt zum Jubiläum des Polnischen Tanztheaters, lädt sie ein, Körper, Blick und Emotionen neu zu entdecken.
Beide Projekte verbinden Kunst, Identität und den Moment des „Hier und Jetzt“.
Künstlerinnen und Künstler:Avramovic, Mirjana ; Brettschneider, Charlotte; Brömme, Anne; Lob, Katharina; Markowski, Frank; Pütz, Martina; Rammlmair, Dieter; Stracke, Deta
Öffnungszeiten
Sa-So 14-18 Uhr
Anschrift
Produzentengalerie 4h-art
Loebensteinstraße 7a
30175 Hannover
Nahverkehr
H Neues Haus / Bus 100, 121, 200
H Kirchwenderstraße / Bus 128, 134
Barrierefreiheit
Zugang teilweise barrierefrei